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Gott hat mich lachen lassen
Bild: Christopher Ross/Pixabay

Gott hat mich lachen lassen

Maike Westhelle
Ein Beitrag von Maike Westhelle, Evangelische Pfarrerin, Schulseelsorgerin, Kassel
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April, April – so rufen die Kinder, wenn sie jemanden hinters Licht geführt haben. Aprilscherze sind am heutigen Tag das große Ding. Als Zeitungsenten, im Freundeskreis oder im Radio. Es ist eine Kunst, sich einen richtig guten Scherz auszudenken, bei dem die anderen nicht wissen, ob es die Wahrheit ist oder eben nur ein Spaß. Um einen vermeintlichen Scherz geht es auch in einer Geschichte in der Bibel.

Abraham und Sarah haben Besuch. Ob das an einem ersten April war, wird nicht erzählt. Aber der Besuch scheint zu scherzen: „Übers Jahr sollt ihr ein Kind bekommen“, versprechen die Gäste. Und Sarah muss erstmal lachen. Schließlich sind beide hochbetagt und Luther drückt es in seiner Übersetzung der Bibel vornehm aus: „Sarah ging es nicht mehr nach der Frauen Weise“. Klar, das mit dem Kinderkriegen ist längst vorbei, wenn man schon 90 Jahre alt ist. Kein Wunder, dass Sarah lachen muss. Als der Besuch ihr Lachen hört, reagiert er aber nicht mit „April, April“. Stattdessen fragen die Gäste: „Sollte bei Gott etwas unmöglich sein?“. Mit dieser Frage verraten sie, dass sie von höchster Stelle geschickt wurden. Der unerwartete Besuch, das sind Boten Gottes, Engel, die bei Abraham und Sarah zu Gast sind.

Tatsächlich wird ihre Voraussage wahr: Im Jahr darauf bekommt Sarah ein Kind.  Natürlich sind beide froh und dankbar über ihr Kind. Wie besonders dieser spätgeborene Sohn ist, betont Sarah durch seinen Namen. Er heißt Jitzchak oder eingedeutscht Isaak. Und das heißt: Gott ließ mich lachen.

Gut zu wissen, dass Gott Humor hat. In der Tradition von Sarah lachen wir also etwas ungläubig bei überraschenden Botschaften. Und am schönsten ist es wohl, wenn uns Engel mit guten Nachrichten zum Lachen bringen – nicht nur am 1. April.

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