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Frühjahrsputz
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Frühjahrsputz

Diplom-Theologin Doris Meyer-Ahlen
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Diplom-Theologin Doris Meyer-Ahlen,

Referentin für Familien- und Beziehungspastoral, Fulda
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Fenster putzen, Regale auch auf den obersten Brettern abstauben, in machen versteckten Ecken wischen – Frühjahrsputz. Nach den ersten warmen Sonnenstrahlen und mit dem heutigen meteorologischen Frühlingsbeginn ist es Zeit für den Frühjahrsputz. Mit dem aufbrechenden neuen Leben, wenn es draußen schon ein bisschen nach Frühling duftet, nehme ich mir gern einen Tag, ein Wochenende Zeit, um aufzuräumen. Ich durchforste liegengebliebene Stapel von Zeitungen und Papier und verrücke manche Möbelstücke. Und auf jeden Fall räume ich die Kleiderschränke auf. Die eine oder andere Hochwasserhose der Kinder wird an kleinere Freunde weitergegeben oder zur kurzen Hose umfunktioniert. Die dicken Winterjacken kommen an ihren Platz weit hinten im Schrank.

Bereit für den Frühling, bereit für etwas Neues. Der Frühjahrsputz, das Sortieren und Aufräumen der Dinge, Platz schaffen – all das wird zu einer Art Basis. Basis dafür, dass Raum für Neues entsteht, dass ich für Neues offen und bereit bin.

Aufräumen und Sortieren haben für mich auch eine innere Dimension. In Gewohnheiten und Beziehungen gibt es immer wieder etwas aufzuräumen, abzustauben und zu erneuern. Wo bin ich nicht im Reinen mit anderen Menschen? Gibt es Missverständnisse, die zu bereinigen wären? Wo täte es gut, endlich einmal wieder den Gesprächsfaden aufzunehmen. Gibt es einen Kontakt, eine Beziehung, die in der letzten Zeit etwas eingeschlafen ist und ein bisschen Luft und neue Farbe bräuchte? Zumeist brauche ich da nicht lange zu überlegen und es fällt mir jemand ein, den ich in diesen Tagen anrufe oder der ich eine E-Mail schreibe. Wenn Beziehungen gelingen und wachsen, wenn so Neues entsteht, dann ist für mich Leben, neue Lebendigkeit besonders spürbar.

Und es gibt auch so manches Prinzip, so manchen Anspruch an mich und meine Lebensgestaltung, die einen Frühjahrsputz gebrauchen können. Von einigen Gewohnheiten und Winterbequemlichkeiten versuche ich mich zu lösen. So werde ich versuchen, dass ich das Auto wieder viel öfter stehen lasse und stattdessen zu Fuß gehe oder mit dem Fahrrad fahre. Es ist Frühling, Zeit, etwas zu verändern.

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