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Der etwas andere Adventskalender
Bild: pixabay

Der etwas andere Adventskalender

Marcus Vogler
Ein Beitrag von

Marcus Vogler,

Pfarrer in der Pfarrei St. Johannes der Täufer & Leiter des Bildungshaus, Amöneburg
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Viele Menschen öffnen heute Morgen das erste Türchen am Adventskalender. Manche sind ganz klassisch mit Schokolade gefüllt. Andere mit kleinen Geschenken. Andere halten einen kurzen Text für jeden Tag bereit.

Der Brauch eines Adventskalenders entstand im deutschsprachigen Raum im Laufe des 19. Jahrhunderts und hatte viele Vorläufer, die mehr oder weniger zeitgleich an verschiedenen Orten entstanden. Zeit ist eine abstrakte Größe und vor allem für Kinder sehr schwer fassbar. Deswegen überlegten sich Eltern um das Jahr 1840 verschiedene Möglichkeiten, wie sie ihren Kindern die noch verbleibende Zeit bis Weihnachten greifbar und sichtbar machen konnten. Der Adventskalender wurde somit zum Zeitmesser der Tage bis zum Heiligen Abend, und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigerte sich täglich.

Ich glaube, man kann gar nicht zu alt werden für einen Adventskalender. Jeden Tag aufs Neue bin ich gespannt, was sich hinter dem nächsten Türchen verbirgt. Ab heute gibt es für mich jeden Morgen eine kleine Überraschung. Mir gefällt das – und es verkürzt die Zeit bis Weihnachten. Und gleichzeitig hilft es mir, mich gedanklich und auch sonst auf Weihnachten einzustellen.

Seit letztem Jahr besitze ich einen etwas anderen Adventskalender. Hinter jedem Türchen befindet sich eine gute Tat für die vor uns liegenden Tage des Advents. Ich finde diese Idee sehr sympathisch und zugleich auch christlich. Denn dieser Adventskalender ermuntert dazu, täglich ein Stück Liebe und Wärme in diese Welt hineinzutragen. Das ist ganz im Sinne Gottes, der ja in der Geburt seines Sohnes genau dies selbst getan hat.

Damit sie sich den "etwas anderen Adventskalender" besser vorstellen können, öffne ich für sie heute schon mal ein paar Türchen. Sie dürfen gespannt sein. Hier einige Beispiele, die gerne zum Nachahmen gedacht sind:

Lass jemanden in einer Warteschlange vor und wünsche ihm einen schönen Tag. Backe einem Bekannten/einem Kollegen einen Kuchen. Schenke einem entfernten Freund ein lächelndes Foto von dir. Schreibe einem Kollegen etwas Nettes auf ein Post-it. Sage deinen fünf besten Freunden einfach mal "Danke". Nimm dir die Zeit, mit deiner Familie ein Spiel zu spielen. Tue dir heute selbst mal etwas Gutes.

Sie merken es vielleicht: Der "etwas andere Adventskalender" bringt jeden Tag ein bisschen Licht und Wärme in die Welt und zu den Menschen. Ich persönlich füge abends oder morgens noch ein kleines Gebet für die Menschen hinzu, für die ich etwas Gutes tun möchte oder getan habe. Damit wird der "etwas andere Adventskalender" zusätzlich noch zu einem "geistlichen Adventskalender".

Sie können sich diesen "etwas anderen Adventskalender" auch selbst basteln, in dem Sie einen Blanko-Adventskalender mit 24 weißen Feldern anlegen und diesen selbst befüllen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Für mich persönlich füllt sich durch diesen "etwas anderen Adventskalender" jeder Tag aufs Neue mit vielen guten Erfahrungen für meine Mitmenschen und für mich selbst. Ein guter und sinnvoller Weg hin zu Weihnachten.

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