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Segenswünsche und Solidarität zum jüdischen Laubhüttenfest
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Hintergründe

Segenswünsche und Solidarität zum jüdischen Laubhüttenfest

Jüdinnen und Juden feiern ab dem 14. Oktober das siebentägige Laubhüttenfest. In diesem Jahr werden das viele mit Angst tun nach dem Angriff auf die Synogoge und auf einen Döner-Imbiss in Halle.

Zustammenstehen gegen den Hass. Dazu ermutigt Verena Maria Kitz. Im hr1 Zuspruch und hr2 Zuspruch nach dem Anschlag hat sie ausgedrückt, wie sie mittrauert um die Frau und den Mann, die der Täter vor der Synagoge und in dem Döner-Imbiss in Halle erschossen hat. Sie beschreibt, welche Zeichen des Mitfühlens und der Solidarität mit Jüdinnen und Juden man setzen kann.

Das kann man auch in diesen Tagen tun: jüdischen Nachbarn und Bekannten Segen und Schutz zum Laubhüttenfest wünschen. Und damit zeigen: Wir gehören zusammen.

"Kennen Sie einen Juden? Nein? Dann mieten Sie einen!" Das hat sich "Rent a Jew" zur Aufgaben gemacht. Hinter dem provokanten Namen verbirgt sich ein Projekt von Jüdinnen und Juden, die engagiert sind und sich engagieren lassen, um über jüdisches Leben zu erzählen. Mehr darüber im hr1 Zuspruch am 16. Oktober von Andrea Seeger.

Warum das Fest Laubhüttenfest heißt und was Jüdinnen und Juden dabei feiern, hat Fabian Vogt im hr3 Moment mal vom 9. Oktober 2014 erzählt.

Im jüdischen Kalender sind der September und Oktober eine intensive Zeit. Drei wichtige Feste folgen dicht aufeinander: das jüdisches Neujahrsfest (Rosch ha-schana), das Versöhnungsfest (Jom Kippur) und das Laubhüttenfest (Sukkot). Deren Hintergrund und Bedeutung erklärt Andrea Maschke im hr2 Zuspruch.

Zum Laubhüttenfest gehört der "Lulav". Das ist ein Feststrauß aus einem Palmzweig, zwei Weidenzweigen (Aravoth) und drei Myrtenzweigen (Hadassim). Den Strauß trägt man in der rechten Hand, in der anderen hält man eine Zitrusfrucht namens Etrog. Zweige und Zitrusfrucht symbolisieren vier Menschentypen - vier Arten, wie Menschen das Wort Gottes hören und leben.

Über die vier Menschenarten heißt es im Talmud: „Wie die Zitrusfrucht sowohl Geschmack hat als auch einen lieblichen Geruch, so gibt es in Israel Menschen, die sowohl gelehrt sind als auch ihren Glauben leben. Wie die Früchte des Palmzweigs zwar Geschmack haben, aber geruchlos sind, so gibt es in Israel Menschen, die zwar gelehrt sind, aber ihren Glauben nicht leben. Wie die Myrtenzweige zwar einen lieblichen Geruch haben, aber ungenießbar sind, so gibt es Menschen, die gute Werke tun, aber keinerlei Gelehrsamkeit besitzen. Wie die Weidenzweige weder essbar sind noch einen angenehmen Geruch verbreiten, so gibt es Menschen, die weder gelehrt sind noch gute Werke tun. G'tt - die Heiligkeit G'ttes sei gepriesen - sagt: Damit Israel nicht untergeht, lasst sie alle zusammengebunden sein, wie die Pflanzen zu einem Bund zusammengebunden sind, so dass die Gerechten unter ihnen für die anderen Sühne bewirken.“ (Pesikta Rabati 51,2)

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