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Volkstrauertag im Ukraine-Krieg
picture alliance/ZUMAPRESS.com/Carol Guzy
Hintergründe

Volkstrauertag im Ukraine-Krieg

Den Volkstrauertag am 13. November begehen wir 2022 im Angesicht des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Es ist unfassbar: Seit dem 24. Februar 2022 mit dem Überfall von Putins Russland auf die Ukraine tobt wieder ein brutaler und völkerrechtswidriger Krieg in Europa.

Tanya trauert um ihren Vater

Das Foto wurde am 15. März 2022 beim Trauergottesdienst im ukrainischen Lviv / Lemberg nahe der polnischen Grenze aufgenommen. Tanyas Vater ist getötet worden bei einem russischen Luftangriff auf einem Stützpunkt der ukrainischen Armee in der Nähe der polnischen Grenze. Tanya erzählt: Beim Angriff war sie in einem anderen Gebäude. Die Druckwelle war so stark, dass ihre kugelsichere Weste einfach auseinanderfiel.

Gedenken an Kinder, Frauen, Männer aller Völker, die durch Gewalt und Krieg starben und gegenwärtig sterben

Der Volkstrauertag wird an öffentlichen Orten, in Kirchen, an Mahnmalen und auf Friedhöfen in Deutschland begangen. Der Bundespräsident spricht im Bundestag das Totengedenken für die, die durch Kriege oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Für Verfolgte und Opfer von Terrorismus. Für Soldaten der Bundeswehr, die im Auslandseinsatz umgekommen sind. Es geht beim Gedenken auch um Hoffnung auf das Ende von Gewalt und Krieg, auf Frieden - und unsere Verantwortung dafür. 

Gedenkstunde 2022 im Bundestag mit dem lettischen Präsidenten

Im Deutschen Bundestag findet am Sonntag, 13. November 2022 die zentrale Gedenkstunde um 13.30 Uhr statt. Sie können sie live im ZDF und bei Phönix (mit Gebärdendolmetscher) sehen. In diesem Jahr hält der lettische Präsident Egils Levits auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die zentrale Gedenkrede. 

Unsere Beiträge zum Volkstrauertag auf kirche im hr

Viele Kirchengemeinden in Ihrer Nähe halten am Volkstrauertag Gedenkgottesdienste. Dort können Sie um Frieden und Hoffnung beten. Und Sie finden hier auf unserer ökumenischen Webseite kirche-im-hr Beiträge zum Gedenken, die Sie hören oder lesen können.

Die große Trauer und die kleinen Friedensschritte

Patrick Smith erinnert an alle, die ihr Leben durch Krieg und Gewalt verloren haben. Gleichzeitig will er im Blick behalten, was jede und jeder zum Frieden in der Nähe beitragen kann. Zu hören und zu lesen im hr4 Übrigens, am 13. November 2022 im Radio.

"Dieses Jahr wird es viel um Trost gehen"

Der Volkstrauertag 2022 ist nicht nur historisches Gedenken. Es geht um die erschreckende Gegenwart des Krieges, sagt Fabian Vogt im hr3 Moment mal am 13. November 2022. Zu den Gedenkfeiern werden auch Menschen aus der Ukraine kommen, die ihre Angehörigen, ihre Söhne, Töchter und Ehemänner verloren haben.

Trauern und Hoffen im November

Pater Alexander Holzbach erzählt von einem Volkstrauertag, bei dem ein Dorf sich an einen jungen Mann erinnert, der in Afghanistan getötet wurde. In seiner hr2 Morgenfeier am 13. November sagt er weiter: Für ihn gehört zur Erinnerung an die Toten der Kriege immer auch die Aufforderung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden - und die Hoffnung auf Leben.

Wir vergeben und bitten um Vergebung

Diese Worte sind vor einem Denkmal des polnischen Kardinals Boleslaw Kominek in Wrocław / Breslau in den Boden eingelassen. Damit wandte er sich 1965 mitten im Kalten Krieg an die Deutschen 1965. Ursel Wicke-Reuter erzählt seine Geschichte und was Vergebung und Versöhnung zum Frieden beitragen können. Zu hören und zu lesen im hr2 Zuspruch, am 12. November 2022 im Radio. 

Autor Stefan Herok sagt in den hr1 Sonntagsgedanken: Gemeinsame Trauerarbeit ist wichtig!

Die Hoffnung sieht nicht nur schwarz

Doris Joachim erzählt in ihrer hr2 Morgenfeier, woher in dunklen Zeiten Hoffnung kommt. Sie hält Ausschau nach Worten und nach Menschen, die von einem anderen Miteinander träumen.

Sie hat mehr gefunden, als sie dachte: Inspirationen beim biblischen Propheten Jesaja, vom israelischen Autor David Grossman und vom ungewöhnlichen Programm "Babywatching", das nachweislich Gewalt reduziert.

War Opa auch dabei?

Die Tochter von Ksenija Auksutat kennt ihren Großvater von klein auf nicht anders: mit Kriegsverletzungen im Gesicht. Sie wusste: Opa war Soldat.

Irgendwann sieht sie bei einem Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen KZs Bergen-Belsen Bilder von den Gräueltaten der Nazis und fragt: "War Opa auch dabei?"

Ksenija Auksutat erzählt in ihren hr1 Sonntagsgedanken, wie der Großvater damit umgegangen ist, dass er als Soldat beim Zweiten Weltkrieg mitgemacht hat.

Flattermann, Babylon Berlin und Posttraumatische Belastungsstörung

Flattermänner nannte man nach dem Ersten Weltkrieg die Männer, die die Gräuel des Krieges am ganzen Körper zittern ließ. In der ARD-Serie Babylon Berlin wird der Kommissar Rath, gespielt von Volker Bruch, von unkontrollierbaren Zuckungen heimgesucht.

Der Fachausdruck heute ist posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Besonders schlimm ist, wenn Kinder Krieg erleben und nicht verarbeiten können. Was ihnen helfen kann, dazu können Sie die hr1 Sonntagsgedanken von Ksenija Auksutat nachlesen.

Krieg wirkt lange nach

Davon zeugen Fliegerbomben aus den Weltkriegen, die immer noch gefunden werden. 2017 mussten in Frankfurt mehr 60.000 Menschen evakuiert werden, um eine Weltkriegsbombe zu entschärfen. 

Vera Langner findet in ihrer damaligen hr2 Morgenfeier, dass auch in Lebensgeschichten Bomben vergraben liegen können. Für die braucht es ebenfalls Fachleute, um sie zu entschärfen.

Die Liebe kann den Tod besiegen

Der Glaube an die Auferstehung – vielen Menschen fällt er schwer. Aber was passiert nach dem Tod mit Leib und Seele? Dr. Paul Lang, Diakon aus Amöneburg, reist durch die Geschichte von den alten Ägyptern bis zu den Kelten und zeigt in seiner hr2 Morgenfeier: Die Liebe kann den Tod besiegen.

Gebet für den Frieden

Krieg ist keine Naturgewalt. Er bricht nicht aus, sondern Menschen beginnen ihn. Die Erinnerung an die Toten mahnt zum Frieden. 

Bernd Spriestersbach erinnert sich in seinem hr4 Übrigens, wie er als Efljähriger den Volkstrauertag erlebt hat. Er ist heute froh, dass es diesen Tag gibt: um sich bewusst zu machen, wie furchtbar Krieg ist. Um für den Frieden zu beten.

So können Sie am Volkstrauertag beten

Gott, trösten willst du uns?
Dann bitte jetzt.
Ich will ja glauben, dass es möglich ist:
unsere Welt in Frieden.
Fremde, die sich mit Achtung begegnen.
Freiheit. Toleranz. Schutz.
Ich bete für alle, die es anders erleben.
Habe Hoffnung. Irrsinnige Hoffnung.
Du wirst trösten.
Amen.

Dieses Gebet hat Pfarrerin Josephine Teske, alias Seligkeitsdinge geschrieben. 

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