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Volkstrauertag
pixabay/corkymick

Hintergründe

Volkstrauertag

Eine Mohnblume am Revers - das ist ein Zeichen für die Erinnerung an die Opfer des Krieges in Großbritannien und in einigen Ländern des Commonwealth. Viele tragen sie vom 1. bis zum 11. November, dem Tag des Endes des Ersten Weltkriegs. Boris Johnson, britischer Premier, und Prinz Charles haben eine solche "Rembrance Poppy" angesteckt während des UN-Klimagipfels in Glasgow. 

Weißt du, wo die Blumen sind?

Die Mohnblume als Zeichen geht zurück auf ein Gedicht des Kanadiers John McCrae, der im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Sinngemäß heißt es im Gedicht: "Auf Flanderns Feldern blüht der Mohn zwischen den Kreuzen, Reihe an Reihe. Wir sind die Toten. Vor kurzem haben wir noch gelebt, fühlten das Morgenrot, sahen den Sonnenuntergang, liebten und wurden geliebt. Und nun liegen wir in Flanderns Feldern."

Kriege heute

Der Waffenstillstand 1918 ist über 100 Jahre her. So lange wirkt Krieg nach. Man kann sich mit Schrecken vorstellen, wie lange die Menschen in den heutigen Kriegsgebieten an den Folgen leiden werden. 

In Deutschland erinnert der Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewalt. Er wird zwei Wochen vor dem Ersten Advent begangen - 2021 ist er am 14. November. Im Deutschen Bundestag findet eine zentrale Gedenkstunde um 13.30 Uhr statt, die live in der ARD und auf Phoenix übertragen wird. 

Unsere Beiträge zum Volkstrauertag auf kirche im hr

Viele Kirchengemeinden halten am Volkstrauertag Gedenkgottesdienste. Zur Erinnerung gehört das Gebet um Frieden und Hoffnung.

Hier auf unserer ökumenischen Webseite kirche-im-hr finden Sie Beiträge zum Gedenken.

Fabian Vogt zum Beispiel meint im hr3 Moment mal: Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag, der Konsequenzen hat. Er blickt zurück, aber auch nach vorn. 

Autor Stefan Herok sagt in den hr1 Sonntagsgedanken: Gemeinsame Trauerarbeit ist wichtig!

Die Hoffnung sieht nicht nur schwarz

Doris Joachim erzählt in ihrer hr2 Morgenfeier, woher in dunklen Zeiten Hoffnung kommt. Sie hält Ausschau nach Worten und nach Menschen, die von einem anderen Miteinander träumen.

Sie hat mehr gefunden, als sie dachte: Inspirationen beim biblischen Propheten Jesaja, vom israelischen Autor David Grossman und vom ungewöhnlichen Programm "Babywatching", das nachweislich Gewalt reduziert.

War Opa auch dabei?

Die Tochter von Ksenija Auksutat kennt ihren Großvater von klein auf nicht anders: mit Kriegsverletzungen im Gesicht. Sie wusste: Opa war Soldat.

Irgendwann sieht sie bei einem Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen KZs Bergen-Belsen Bilder von den Gräueltaten der Nazis und fragt: "War Opa auch dabei?"

Ksenija Auksutat erzählt in ihren hr1 Sonntagsgedanken, wie der Großvater damit umgegangen ist, dass er als Soldat beim Zweiten Weltkrieg mitgemacht hat.

Flattermann, Babylon Berlin und Posttraumatische Belastungsstörung

Flattermänner nannte man nach dem Ersten Weltkrieg die Männer, die die Gräuel des Krieges am ganzen Körper zittern ließ. In der ARD-Serie Babylon Berlin wird der Kommissar Rath, gespielt von Volker Bruch, von unkontrollierbaren Zuckungen heimgesucht.

Der Fachausdruck heute ist posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Besonders schlimm ist, wenn Kinder Krieg erleben und nicht verarbeiten können. Was ihnen helfen kann, dazu können Sie die hr1 Sonntagsgedanken zum Volkstrauertag 2012 von Ksenija Auksutat nachlesen.

Krieg wirkt lange nach

Davon zeugen Fliegerbomben aus den Weltkriegen, die immer noch gefunden werden. 2017 mussten in Frankfurt mehr 60.000 Menschen evakuiert werden, um eine Weltkriegsbombe zu entschärfen. 

Vera Langner findet in ihrer damaligen hr2 Morgenfeier, dass auch in Lebensgeschichten Bomben vergraben liegen können. Für die braucht es ebenfalls Fachleute, um sie zu entschärfen.

Die Liebe kann den Tod besiegen

Der Glaube an die Auferstehung – vielen Menschen fällt er schwer. Aber was passiert nach dem Tod mit Leib und Seele? Dr. Paul Lang, Diakon aus Amöneburg, reist durch die Geschichte von den alten Ägyptern bis zu den Kelten und zeigt in seiner hr2 Morgenfeier am 14.11.21: Die Liebe kann den Tod besiegen.

Gebet für den Frieden

Krieg ist keine Naturgewalt. Er bricht nicht aus, sondern Menschen beginnen ihn. Die Erinnerung an die Toten mahnt zum Frieden. 

Bernd Spriestersbach erinnert sich in seinem hr4 Übrigens, wie er als Efljähriger den Volkstrauertag erlebt hat. Er ist heute froh, dass es diesen Tag gibt: um sich bewusst zu machen, wie furchtbar Krieg ist. Um für den Frieden zu beten.

So können Sie am Volkstrauertag beten

Gott, trösten willst du uns?
Dann bitte jetzt.
Ich will ja glauben, dass es möglich ist:
unsere Welt in Frieden.
Fremde, die sich mit Achtung begegnen.
Freiheit. Toleranz. Schutz.
Ich bete für alle, die es anders erleben.
Habe Hoffnung. Irrsinnige Hoffnung.
Du wirst trösten.
Amen.

Dieses Gebet hat Pfarrerin Josephine Teske, alias Seligkeitsdinge geschrieben. 

 

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