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Wunder
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Hintergründe

Wunder

Wunder sind zum Wundern. Jesus wandelt bei einer Hochzeit Wasser in Wein. Er geht über Wasser, heilt Kranke und treibt Dämonen aus. Schöne und seltsame Geschichten. Aber glaubt das heute noch jemand? Ist an Wundern Wahres dran?

Wendung zum Guten

Ja, findet unsere Autorin Andrea Seeger. Wunder sind Wendungen zum Guten, mit denen niemand gerechnet hat. Die entdeckt sie in Alltagssituationen und in den großen Dingen des Lebens, wie Freundschaft eine ist. "Brillenwunder" heißt ihr hr1 Zuspruch am 23. Januar. Wie wundervoll Freunde sind, davon erzählt sie im hr1 Zuspruch am 22. Januar.

Wasser in Wein, das ist nicht die einzige Verwandelung, die in der biblischen Geschichte über die Hochzeit zu Kana steckt. Was und wer sich da alles wundersam wandelt, darüber staunt Lisa Neuhaus in ihrer hr2 Morgenfeier am 19. Januar.

Wie aus Chaos wundervolle Ordnung wird

Die Welt an sich ist ein Wunder. Wenn Johanna Fröhlich daran denkt, wie nach der Urknall-Theorie alles angefangen hat, bekommt sie eine Gänsehaut. Aus der chaotischen Ursuppe wird eine wunderbare Ordnung. Daraus zieht sie Mut, wenn in ihrem Leben mal Tohuwabohu herrscht. Dazu ihr hr4 Übrigens am 20. Januar.

Das Wundern nicht verlernen

Alexander Matschack möchte mit dem Älterwerden nicht verlernen, sich zu wundern. Es macht ihn glücklich, wenn er sich eine Art kindliches Staunen bewahrt. Denn „Wunder gibt es immer wieder“, so sein hr2 Zuspruch vom 8. Juni 2018.

Michael Becker hat erfahren: Ein Mensch kann ein Wunder sein. Ein Wunder aus Güte. Er erzählt von so einem Menschen, einem zwölfjährigen Jungen aus China im hr4 Übrigens vom 16. April 2019.

Erklärungsversuche für Wunder

Gott wirkt Wunder. Das ist eine der großen Glaubensaussagen in der Bibel, die schon immer ermutigt, aber auch provoziert hat. In der Geschichte der Auslegung der Bibel gibt es verschiedene Wege, auf denen Menschen die Wunder zu fassen versucht haben.

Es gibt die historische Erklärung: In der Antike war es gang und gäbe, dass ein Held Übernatürliches leistet. Also müssen auch Mose oder Jesus Wunder tun, um mithalten zu können.

Seit der Zeit der Aufklärung haben Theologen versucht, Wunder rationalistisch zu deuten. Was den Leuten zur Zeit der Bibel wie ein Wunder vorkam, lasse sich mit heutigem Wissen erklären. Lazarus zum Beispiel, den Jesus zum Leben erweckt, sei nur scheintot gewesen. Hinter der Geschichte, dass Jesus mit fünf Broten 4000 oder gar 5000 Menschen satt gemacht hat, stehe die Erfahrung: Wenn man teilt, reicht es für alle.

Ein weiterer Erklärungsversuch: Wundergeschichten sind symbolisch gemeint. Ein Sturm zum Beispiel steht für Krisen, die über einen hereinbrechen können. Jesus stillt den Sturm - das bedeutet: Vertrauen auf Gott rettet aus dem Orkan der eigenen Ängste.

Man darf sich wieder wundern

Ein Neuansatz in der Bibelauslegung nimmt die Wundergeschichten ernst. Es geht dabei nicht darum, das Wunder "wegzudeuten", indem man erklärt, wie so etwas sein kann.

Ausgangspunkt ist vielmehr: Für die Menschen in den Geschichten war es ein Wunder. Sie befanden sich in einer ausweglosen Situation. Sie hatten alles versucht, was in ihrer Macht steht, und die Hoffnung auf Rettung fast schon aufgegeben.

Auf einmal geschieht etwas, was ihre Verzweiflung in Freude verwandelt. In ihrer Wahrnehmung hat dieses Ereignis alles durchbrochen, was normal ist. Es ist mehr passiert, als sie zu hoffen wagten. In vielen biblischen Geschichten heißt es zum Schluss: Sie wunderten sich. Sie staunten.

Das erleben Menschen auch heute. Insofern sind Wunder nicht von gestern. Man darf sich weiter wundern.

Helwig Wegner-Nord hat einen Rat für die, die sich nach etwas Wunderbarem sehnen: „Besser nicht auf Wunder warten, sondern ihnen Platz machen!" (hr1 Zuspruch vom 3. November 2014)

Literaturtipp: Ruben Zimmermann (Hrsg.), "Die Wunder Jesu", Kompendium der fürhchristlichen Wundererzählungen, Gütersloh 2013.

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