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Ökumene - zwischen Auslaufmodell und großer Sehnsucht
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Hintergründe

Ökumene - zwischen Auslaufmodell und großer Sehnsucht

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. 2020 kommen die Gebetstexte dafür aus Malta. "Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich" heißt das biblische Motto (Apostelgeschichte 28,2).

Das klingt fast so, als wäre in der Ökumene schon viel erreicht, wenn die verschiedenen Kirchen wenigstens freundlich miteinander umgingen. Der Normalfall wäre dann der eher grobe Ton.

Es gibt unter den Kirchen tatsächlich kleinere und größere Hiebe gegeneinander, etwa wenn eine Kirche der anderen das Kirchesein abspricht. Aber zahlreicher sind die Beispiele, bei denen Christen aus verschiedenen Konfessionen zusammenwirken. Viele Kirchen verbindet mehr, als sie trennt. Das Christentum mit seiner Botschaft des Friedens und der Liebe ist nur glaubwürdig, wenn Christen untereinander in Frieden und Liebe leben.

Ökumene bedeutet im Wortsinn: Wohnen unter einem Dach. Diese Idee spielt Annegreth Schilling in ihrem hr2 Zuspruch vom 24. Januar 2019 konkret durch. Sie kennt das aus eigener Erfahrung. Die Protestantin wohnt mit einem Katholiken unter einem Dach: ihrem Mann. Spielt evangelisch oder katholisch im Familienalltag eine Rolle?

"Der evangelische Pfarrer ist manchmal auch eine Frau"

Was ist überhaupt der Unterschied zwischen evangelisch und katholisch? „Der evangelische Pfarrer ist manchmal auch eine Frau und hat immer einen schwarzen Kittel an“, hat ein Kind unserer katholischen Autorin Eva Reuter erklärt. In ihrem hr2 Zuspruch "Mitarbeiterinnen Gottes" vom 14. März 2018 erzählt sie davon, was Katholiken und Evangelische bereits gemeinsam auf die Beine stellen.

Katholische und evangelische Kirche sollten jeweils ihr Profil schärfen. Das würde die Ökumene weiterbringen, findet der Katholik Dieter Wagner in seinem hr2 Zuspruch über Alleinstellungsmerkmale vom 16. August 2019.

Gemeinsam am Tisch des Herrn

Gemeinsam Abendmahl oder Eucharistie feiern, danach sehnen sich viele. Das ist bislang nicht möglich. Zumindest nicht offiziell. Aber in der Praxis passiert es durchaus, dass Protestanten zur katholischen Eucharistie gehen und Katholiken zum evangelischen Abendmahl kommen. Von solcher Ökumene am Tisch des Herrn erzählt Hermann Trusheim in seinen hr1 Sonntagsgedanken vom 29. April 2018.

Man muss nicht erst große Hürden überwinden. Ökumenische Gastfreundschaft mit Brot und Wein wäre schon heute möglich. Warum und wie, das beschreibt das Papier "Gemeinsam am Tisch des Herrn" des Ökumenischen Arbeitskreises. Der Arbeitskreis, in dem leitende Theologinnen und Bischöfe beider Kirchen zusammenwirken, hat sein Modell 2019 vorgestellt.

Und die orthodoxen Kirchen?

Ökumene ist mehr als evangelisch und katholisch. Christoph Wildfang erzählt in seinem hr1 Zuspruch vom 11. April 2015, wie er Ostern griechisch-orthodox erlebt hat. In die Welt der syrisch-orthodoxen Christen in der Südosttürkei versetzt die hr2 Morgenfeier von Martin Vorländer ("Zwischen den Fronten", 24. Juli 2016).

 

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